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Grundkonzept

Jugendhaus Winterthur

1. Ausgangslage
Das Jugendhaus Winterthur besteht seit dem 1. Juli 1963. Es ist eines der ältesten Jugend-häuser der Schweiz und hat eine Pionierfunktion in der Entwicklung und Professionalisie-rung der Jugendarbeit.
Seit dem 1. Oktober 1975 besteht der Trägerverein Jugendhaus Winterthur, der als Zweck und Ziel das Betreiben eines Jugendhauses in der Liegenschaft an der Steinberggasse 31 hat. Um dies zu ermöglichen, sind seit 1975 Fachleute aus dem Bereich der Jugend- und Sozialarbeit eingestellt. Die Jugendarbeit im Jugendhaus stützt sich somit auf über drei Jahrzehnte Erfahrung.
Das Jugendhaus hat den grossen Vorteil, mitten in der Altstadt von Winterthur zu liegen und viele Räume, verteilt auf fünf Stockwerke, zur Verfügung zu haben. Dies ermöglicht eine breite und vielfältige Jugendarbeit sowie die Nutzung durch verschiedene Jugendkulturen.
Die Basis des vorliegenden Grundkonzepts bilden die bewährte Arbeitsweise im Jugend-haus und der "Schlussbericht zur Evaluation der Offenen Jugendarbeit Winterthur" vom Mai 2004. Die Evaluation wurde im Auftrag der städtischen Departemente Soziales sowie Schule und Sport durchgeführt. Der Schlussbericht hält unter anderem fest, dass
  • die geschlechtsspezifische Arbeit einen höheren Stellenwert bekommen soll und
  • mehr Räume zur Nutzung für möglichst viele Jugendliche erschlossen und zugänglich gemacht werden sollen.
Beide Forderungen werden in diesem Konzept berücksichtigt.
Im Gesamtkonzept der Neuausrichtung der Jugendarbeit in der Stadt Winterthur und der damit verbundenen verstärkten sozialräumlichen Orientierung wird das Jugendhaus weiter-hin eine wichtige Rolle einnehmen.

2. Selbstverständnis
Das Jugendhaus ist ein Sozial- und Kulturraum, der zur Sozialisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beiträgt und somit eine gesellschaftliche Aufgabe wahrnimmt. Das Jugendhaus ist ein offener, niederschwelliger Treffpunkt ohne Konsumzwang, politisch und konfessionell neutral. Das Jugendhaus stellt den Jugendlichen seine Räume für eine vielfäl-tige Nutzung zur Verfügung und bietet in regelmässigen Öffnungszeiten eine professionelle Betreuung und Begleitung.
Der Genderaspekt fliesst in die tägliche Arbeit mit den Jugendlichen ein, sowohl im Angebot und der Gestaltung der Räume, als auch in der Zusammensetzung des Leitungsteams.
Das Jugendhaus versteht sich als wichtigen Bestandteil der offenen Jugendarbeit in der Stadt Winterthur. Aus diesem Grund sind die aktive Vernetzung mit anderen Organisationen oder Fachstellen, die im Jugendbereich tätig sind, sowie die Mitarbeit an der Entwicklung der Jugendarbeit in der Stadt Winterthur Bestandteil der Aufgaben des Jugendhauses.

3. Grundwerte
Die Juhu-Werte lauten: Respekt, Toleranz und Verantwortung. Diese Werte sind eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren einer Gesellschaft, die ein soziales Mit- und Ne-beneinander ermöglicht. Das bewusste Arbeiten mit diesen Werten ist ein zentrales und bewährtes Mittel im Jugendhaus.

4. Zielgruppe
Die verschiedenen und altersspezifischen Angebote richten sich an Mädchen ab der Ober-stufe (Girlande) sowie an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre.

5. Ziele
  • Das Jugendhaus wird breit und vielfältig genutzt.
  • Förderung der gesellschaftlichen Partizipation von Jugendlichen.
  • Förderung der Grundwerte und der sozialen (Schlüssel-)Kompetenzen.
  • Interessen der Jugendlichen wahrnehmen und vertreten.

6. Aufgaben
Diese entstehen aus
  • den Zielen und der Zielgruppe,
  • dem Wissen, dass die Bedürfnisse und Wünsche der Jugendlichen sehr verschieden sind.
Dies berücksichtigend werden drei Kernaufgaben definiert:
  • Die Förderung der jungen Kultur.
  • Die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen (Juhu-Girls-Only).
  • Die Förderung der sozialen Sicherung und gesellschaftlichen Integration.
Für die drei Kernaufgaben bestehen spezifische Konzepte, die Bestandteile dieses Grund-konzepts sind.

7. Methode
  • Niederschwelligkeit der Angebote: Der Zugang zum Jugendhaus wird den Jugendlichen leicht gemacht und die Räume können kostenlos genutzt werden.
  • Raum-, Informations- und Unterstützungsangebote in regelmässigen Öffnungszeiten.
  • Gezielte Bedarfsabklärung und entsprechend bedürfnisorientiertes Arbeiten mit den Ju-gendlichen (Projekte und direkte Beziehungsarbeit).
  • Schaffen und Anbieten von Lernfeldern und Berührungspunkten zwischen verschiedenen Jugendszenen.
  • Spezifische Präventionskampagnen.
  • Triagefunktion: Vermitteln von Jugendlichen an spezialisierte Fachstellen.
  • Aktive Vernetzung mit anderen Organisationen und Öffentlichkeitsarbeit.

8. Leitung / Verantwortung
Für die Betriebsführung des Jugendhauses wird ein Leitungsteam eingesetzt, das mit zwei Aushilfen ergänzt wird.
Für die Organisation und Durchführung der geschlechtsspezifischen Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen ist eine Frau aus dem Leitungsteam zuständig.

9. Finanzierung
Die für den Jugendhausbetrieb notwendigen finanziellen Mittel werden von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt. Unter anderem besteht eine Leistungs- und Subventionsver-einbarung mit der Stadt Winterthur.

Das Grundkonzept als PDF Download