xx Jugendhaus Winterthur xx
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Konzept "Arbeit mit
Mädchen und jungen Frauen"
(Bestandteil des Grundkonzepts)
1. Ausgangslage
Im Schlussbericht der Evaluation der offenen Jugendarbeit in Winterthur vom Mai 2004 wird festgehalten, dass "eine geschlechterbezogene Jugendarbeit notwendig ist" und dass die Angebote der Jugendarbeit auf "auf beide Geschlechter ausgerich-tet" werden sollen. Durch die Schliessung des Mädchentreffs "Girlande" entstand eine Lücke im Angebot für Mädchen und junge Frauen im Zentrum der Stadt. Im Grundkonzept des Jugendhauses ist der Gender-Aspekt eine der Kernaufgaben. Gender ist unter anderem die Förderung der Partizipationsmöglichkeiten von Mäd-chen und Frauen in der Gesellschaft. Die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen im Jugendhaus trägt als Oberbegriff den Namen "Girlande".

2. Werte
Respekt, Toleranz und Verantwortung sind die seit Jahren bewährten Werte im Ju-gendhaus. Diese Werte bieten ein ideales Lernfeld um Selbstverantwortung und so-ziale Kompetenzen üben und erlernen zu können.

3. Zielgruppe
Die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen "Girlande" richtet sich an ein breites Altersspektrum, das von Schülerinnen der Oberstufe bis zu jungen Frauen mit 25 Jahren reicht.

4. Ziele
Die Ziele der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen im Jugendhaus orientieren sich an den Prinzipien feministischer Mädchenarbeit:
  • Förderung der Mädchen und jungen Frauen zur Entwicklung eigenständiger weiblicher Identität und Lebensgestaltung
  • Förderung der Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen
  • Förderung der Integration in die Berufswelt
  • Vertretung mädchenspezifischer Anliegen in der Öffentlichkeit

5. Methode
Das Raumangebot und die direkte Beziehungsarbeit mit den Mädchen und jungen Frauen sind die Basis für Beratungsangebote, Prävention und die Triagefunktion (Vermittlung an spezialisierte Fachstellen).

6. Angebote
  • Sämtliche Räumlichkeiten und die ganze Infrastruktur des Jugendhauses können nach Bedarf in Anspruch genommen werden.
  • Die Grösse des Hauses ermöglicht die gleichzeitige Nutzung der Infrastruktur durch verschiedene Gruppen von Mädchen und jungen Frauen.
  • Das dritte Stockwerk bietet eigene Räumlichkeiten nur für Mädchen und junge Frauen, zu denen junge Männer keinen Zutritt haben.
Um die breite Zielgruppe anzusprechen, besteht "Girlande" aus drei alters-spezifischen Angeboten:

a) Mädchentreff
Offener Treff für Mädchen der Oberstufe jeden Mittwochnachmittag von 14 bis 17.30 Uhr.
  • Raum für Begegnungen und Beziehungen
  • Informations- und Präventionsveranstaltungen sowie Projekte im Bereich der mädchenspezifischen Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention
  • Hausaufgaben erledigen
  • Freizeit mit Gleichaltrigen gestalten
Die Partizipation der Mädchen an der Gestaltung des Mädchentreffs und seinen Angeboten wird gefördert.

b) Frauen Bestimmter Raum
Der Raum ist während den üblichen Öffnungszeiten des Jugendhauses am Abend für junge Frauen ab 16 Jahren zugänglich. Im "Frauen-Bestimmten-Raum" haben die jungen Frauen das Sagen. Sie können und müssen entscheiden, ob sie Jungs einla-den oder lieber unter sich sein wollen.
Der "Frauen-Bestimmte-Raum" erfüllt mehrere Zwecke:
  • Rückzugsort für junge Frauen im gemischten Treff
  • Lernfeld eigene Wünsche und Vorstellungen durchsetzen
  • Lernfeld sich Raum aneignen und selbst bestimmt nutzen
  • Lernfeld geschlechtstypische Rollenbilder durchbrechen

c) Ladies-Night
Zwei Mal im Monat wird an einem Abend das Juhu speziell für Mädchen und junge Frauen geöffnet. Die Ladies-Night bietet die Möglichkeit, gemeinsam einen Abend zu verbringen in Betreuung einer professionellen Leitung. Für die Gestaltung des Pro-gramms und der Angebote werden die jungen Frauen aktiv miteinbezogen.
Es werden frauenspezifische Themenabende angeboten, zu denen externe Fach-personen eingeladen und beigezogen werden.

7. Öffentlichkeitsarbeit
  • Regelmässig erscheint ein Flyer mit dem Programm der Angebote für Mädchen und junge Frauen. Der Flyer wird über die vernetzte Struktur breit an Schulen, Jugendtreffs sowie weitere Organisationen und Institutionen verteilt.
  • Bei speziellen Anlässen oder Angeboten findet eine gezielte Pressearbeit statt.
  • Auf der Website des Jugendhauses werden die Angebote gut ersichtlich und ständig aktuell gehalten.

8. Verantwortung
Die Verantwortung der Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen liegt beim Leitungsteam des Jugendhauses. Für die Organisation und Durchführung der Mädchenar-beit ist eine spezifische Teilzeitstelle zuständig, die vom weiteren Hausbetrieb des Jugendhauses ganz entlastet ist.

9. Finanzierung
Im Rahmen der Finanzplanung wird ein spezieller Budgetposten für die Arbeit "Girlande" erstellt. Dieser Voranschlag muss die im Konzept "Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen im Jugendhaus" festgehaltene Ziele und Angebote berücksichti-gen und ihre Durchführung ermöglichen.

Literatur:
  • Konzept Punkt 12 Treff für Mädchen und junge Frauen Bern (2005)
  • Pilotprojekt Mädchentreff im Juhu (Dezember 2005)
  • Konzeptentwurf Mädchenarbeit im Juhu (März 2006)
  • Leitbild Mädchenarbeit der Stadt Winterthur (Entwurf 2006)
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Das Konzept als PDF Download